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Steinbruch Hollage
In diesem ehemaligen Steinbruch hinter dem Heimathaus Hollager Hof wurden Kalksteine abgebaut, die in der unteren Muschelkalkzeit – also vor rund 230 Millionen Jahren – entstanden sind. Die plattigen Kalksteine waren ein beliebter Baustein für den Mauer- und Hausbau. Unter anderem ist die Kirche St. Josef in Hollage aus diesem Gestein errichtet worden.
Die Kalksteine lagerten ursprünglich in einem flachen Meer, das in der Muschelkalkzeit fast ganz Nordwesteuropa bedeckte und im Südosten (Schlesische Pforte) mit dem Wattenmeer verbunden war. Damals herrschte subtropisches Klima, warm und trocken. Von der vergleichsweise armen Tierwelt zeugen im Steinbruch schlecht erhaltene Reste von Muscheln. Häufiger sind Auffüllungen U-förmiger Fressbauten nicht näher bekannter, Rhizocorallium genannter Bodenbewohner zu finden.
Helmichsteine
Auf der Anhöhe des Ruller Esches, gut einen Kilometer nordwestlich der Wittekindsburg und unmittelbar südlich des Wohngebiets Ruller Esch, liegen in einem Acker die Helmichsteine. Sie sind der noch erhaltene und sichtbare Rest eines Großsteingrabes aus der Jungsteinzeit, dessen Alter auf ungefähr 5.500 Jahre geschätzt wird.
Der Sage nach soll es sich bei den Helmichsteinen um das Grab von Geva, der Gemahlin des Sachsenherzogs Widukind, handeln. Tatsächlich starb diese allerdings „erst“ vor fast 1.200 Jahren.
Dass die Helmichsteine sich heute in einem ansehnlichen Umfeld präsentieren, ist dem Einsatz des Schützenvereins Rulle und der Blau-Weißen Garde Rulle zu verdanken. 2005 richteteten sie das Gelände her. Damit werteten sie nicht nur den gesamten Bereich wesentlich auf, sondern schufen zugleich einen kleinen Rastplatz.
Die Helmichsteine sind einer von 33 archäologisch interessanten Standorten an der Straße der Megalithkultur.
Hollager Steine
Bei den an der Talstraße – am Südhang des Hollager Berges – gelegenen Hollager Steinen handelt es sich um drei Findlinge. Sie haben eine lange Reise hinter sich: Während der mittleren Saale-Kaltzeit vor rund 200.000 Jahren schob ein riesiger Gletscher sie von Südskandinavien an ihren jetzigen Standort.
Der größte der Hollager Steine wiegt 16 Tonnen. Alle drei Felsbrocken bestehen aus einem mittel- bis grobkörnigen Granit, das durch viele Glimmerplättchen dunkel gesprenkelt ist. Auffällig sind große rötliche Feldspat-Kristalle, die in der Gesteinsgrundmasse zu schwimmen scheinen.
Hexenstein
Der Hexenstein, im Volksmund auch "Dicker Stein" genannt, ist ein sehr großer Findling, der vor ungefähr 200.000 Jahren während der vorletzten Eiszeit durch Gletscher von Südschweden hierher verfrachtet wurde. Die Geologen bezeichnen ihn als "Roten Växjö-Granit" und beziffern sein Alter auf 1,7 Milliarden Jahre. Ein bis zu 400 Meter mächtiger Gletscher, der ein Teil der riesigen nordeuropäischen Eiskappe war, legte ihn hier ab.
Mit einem Gewicht von 25 Tonnen und Abmessungen von 3,80 Meter x 2,80 Meter sowie einer Dicke von 1,40 Meter gehört er zu den größten Findlingen Niedersachsens. Seit 1948 steht er unter Naturschutz. 1966 wurde er beim Einsturz der frischbetonierten B 68-Brücke von noch flüssigen Betonmassen fast "beerdigt" und war dann kaum noch sichtbar. Er geriet in Vergessenheit.
1997 wurde er auf Initiative der Gemeinde Wallenhorst freigelegt und mit einem 80-Tonnen-Autokran gehoben. Seitdem liegt er wieder deutlich sichtbar an der Ruller Straße hinter dem "Park+ Ride"- Parkplatz. Ein großes Schild weist ihn als Naturdenkmal aus und erklärt seinen langen Weg von Schweden nach Wallenhorst.
Der Sage nach sollen früher die Hexen auf ihm getanzt haben. Die glattgeschliffene Oberfläche ist jedoch durch den langen Transport im Gletscher entstanden.
Hügelgräber in den Königstannen
In der Jungsteinzeit bestatteten die Menschen die Körper ihrer Verstorbenen in Grabgruben (ungefähr 2.000 vor Christus). Um den Erdhügel herum errichteten sie einen Kreisgraben.
In späteren Epochen wurden diese Grabanlagen oft für die jeweiligen Bestattungsformen weiter genutzt, etwa für die Baumsargbestattungen der älteren Bronzezeit (ungefähr 1.500 vor Christus) oder für Urnenbestattungen. Letztere entwickelten sich in der jüngeren Bronzezeit (um 1.200 vor Christus). Es bürgerte sich ein, die Toten auf Scheiterhaufen zu verbrennen und die Urnen mit dem Leichenbrand anschließend zu überhügeln oder in ältere Grabhügeln oder auch Flachgräbern beizusetzen.
Icker Loch
Am 22. April 1782 bildete sich mitten auf der Landstraße von Osnabrück nach Hunteburg zwischen Rulle und Icker (nahe dem Hof Hanfeld, heute Westendarp) ein Loch, dessen Entstehung sich mit einem "heftigen Sausen gleich einem Wirbelwind und starkem Hagelwetter unter der Erde" ankündigte. Gegen Abend hatte es einen Durchmesser von etwa 15 Metern und füllte sich sogleich mit Grundwasser. Schon zwei Wochen später war das Ruller Loch etwa doppelt so groß.
Das "Icker Loch" ist ein sogenannter "Erdfall", ein geologischer Einsturztrichter. Er entsteht, weil im Untergrund salz- und gipshaltiges Gestein von Tiefenwasser ausgewaschen wurde und sich so im Laufe der Zeit ein größerer Hohlraum entwickelt. Wenn die Decke dieses Hohlraumes einbricht und das darüberliegende Gestein nachrutscht, entsteht an der Erdoberfläche ein Erdfall - wie das "Icker Loch". Dieses hatte nach zwei Monaten einen Durchmesser von 34 Metern und war etwa 40 Meter tief, was jedoch nur in ungefähr erahnen lässt, wie groß unterirdische Hohlräume sein können.
Die Bildung von Erdfällen hat die Bevölkerung stets sehr beunruhigt und Anlass für Legenden und Geschichten gegeben, so auch beim "Icker Loch". Hier soll der Teufel eine gottlose Frau samt ihrer Pferdekutsche in die Tiefe gezogen habe, nur der Kutscher und die Pferde konnten sich angeblich retten.
Das "Icker Loch" ist der dritte überlieferte Erdfall im Gebiet zwischen Rulle und Icker. Der erste belegte Erdfall, die "Icker Kuhle", entstand 1411 ganz in der Nähe. 1782 existierte sie als offenes Gewässer nicht mehr, sondern nur noch als morastige Stelle, über die der Weg um das gerade entstandene "Icker Loch" nicht verlegt werden konnte.
Der zweite Erdfall, der "Icker Kolk" , auch der "unergründliche Kolk" oder "grundlose Kolk" genannt, existierte bereits 1564 und war 1864, also 300 Jahre später, schon wieder verschwunden. Der "Icker Kolk" lag etwa 420 Meter nordwestlich des heutigen "Icker Lochs" und hatte als Besonderheit eine schwimmende Insel, die sogar baumbestanden war und je nach Windrichtung von einem Ufer zum anderen driftete. Die schwimmende Insel konnte man betreten und auf ihr herumgehen. Die Bäume wurden regelmäßig vom Eigentümer als Brennholz gefällt
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